Lackkunst

Die Lackkunst ist eine kunsthandwerkliche Technik, deren Ursprünge vor 3500 Jahren in China lagen. Ursprünglich wurde Chinalack benutzt, um Geräte und Gefässe vor Korrosion zu schützen und wasserdicht zu machen, um Möbel und Bilder vor Schäden durch Insekten und Feuchtigkeit zu schützen, da er sehr widerstandsfähig gegen chemische und physikalische Einflüsse ist. Der Lack fühlt sich angenehm an, denn er passt sich beim Berühren der Handwärme an. Er ist wasserresistent (auch gegen heisses Wasser), hitze-, säure- und laugenbeständig. Er schützt ausserdem die Oberflächen bis zu einem gewissen Grad vor Kratzern und Abnutzungserscheinungen. Lack ist günstig, hygienisch, er kann bemalt und geformt, sowie modelliert und geschnitten, und auf jede beliebige Fläche aufgetragen werden. Ob auf ebenen Flächen oder Figuren, Holz, Papier, Gewebe, Leder, Metall oder Stein.

Geschichte

Die chinesische Lackkunst verbreitete sich in Japan und in andern asiatischen Ländern. Die japanische Lackkunst (Urushi) wurde zu verschiedenen Lacktechniken modifiziert und erreichte im 9. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Später wurde die Lackkunst von arabischen Künstlern übernommen, für die das Bilderverbot im Islam galt. Insbesondere in Persien erlebte die Lackkunst eine Blütezeit.

Die Lackkunst hat sich wahrscheinlich aus dem einfachen Lackieren von Gegenständen entwickelt, die mit Lack überzogen wurden, um sie vor Witterungs- und Umwelteinflüssen zu schützen und so haltbarer zu machen. Der Lack wurde aus dem in China wachsenden Lackbaum hergestellt. Weil im tropischen und feuchten Klima, das in einigen Teilen Chinas herrscht, viele Gegenstände schnell schimmeln, wurden sie mit einem Lack überzogen. Neben der schützenden Eigenschaft des Lacks wurde auch bald seine Eignung als Bindemittel für die Farben entdeckt. Damit trat dann die ästhetische Wirkung des Lacks in den Vordergrund, mit der künstlerischen Gestaltung war die Lackkunst geboren.

Bereits ab dem 17. Jahrhundert wurde die Lackmalerei in Europa nachgeahmt, sie wurde als Malerei im "chinesischen Stil" bezeichnet. Jedoch erlangte die Kunst, verschiedenen Gegenstände mit Lackfarben zu dekorieren, erst im 18. Jahrhundert in Europa Bedeutung.

Technik

Die Gewinnung des Lackes aus dem Lackbaum (Liane) war sehr aufwändig. Die harzhaltige flüssige Substanz musste aus der Pflanze gewonnen, sowie gefärbt und gefiltert werden. Auf die Gegenstände wurde er in vielen Schichten (10 bis 200 Schichten) aufgetragen. Nach dem Trocknen bildete er eine sehr dünne Schicht auf den Gegenständen.